Die Sache mit dem Frieden ist schon lange keine Frage der Humanität mehr, und wenn man aufmerksam die Nachrichten der Welt verfolgt, kann einen schon mal der Eindruck erhaschen, dass sie ihren religiösen Pathos schon lange verloren hat, sich an Gläubige eher die Gretchenfrage richtet „Wie hältst du es mit der Religion?“.
Das Streben nach Frieden ist zu einem großen Schauspiel verkommen. Ein Schauspiel mit klar verteilten Rollen. Es gibt die Komparsen, meist in der Rolle des Volkszorns, des aus Halbwissen erwachsenen Unmuts über Dinge, die man im Grunde gar nicht versteht und die einen eigentlich auch sonst nicht interessieren. Und natürlich, wie soll es denn auch anders sein, gibt es auf der Bühne kühne Helden, welche die Schufte schlagen. Doch wo verläuft nun die tatsächliche Linie zwischen Realität und Fiktion? Zwischen Heldentum und Bösartigkeit? Brecht könnte mit dieser gelungenen Vereinnahmung und Täuschung des Publikums kaum zufriedener sein.

Was auf der Bühne oftmals klar verteilt zu sein scheint, ist in der Regel doch viel undurchsichtiger und stark durch den Regisseur bedingt, der sich des Themas angenommen hat.
Die Inszenierung, die wir momentan in den Medien verfolgen können, möchte ich daher als gelungene Fiktion bezeichnen, auch wenn die Komparsen es als Realität verinnerlicht haben. Die europäischen Medien sind empört und ähnlich wie beim letzten Gaza-Krieg ist mit einer neuen antisemitischen Meinungsmache auf den Straßen zu rechnen, befeuert durch eben jene europäische Medienmaschinerie – eine unermüdliche und für Kritik unempfängliche Regie.

Unschuldige Friedensaktivisten soll die israelische Marine nun angegriffen haben. Die europäische Politik ist „schockiert“ und „entsetzt“ und stark besetzte Wörter wie „Massaker“ dürfen gerade aus arabischen Kreisen nicht fehlen.
Ein Schauspiel mit einem klaren Handlungsstrang – könnte man meinen. Schade, dass die Menschen bei den Proben und Drehbuchbesprechungen nicht dabei waren.
Der sog. „Hilfskonvoi“ für Gaza war schon vor den heutigen Morgenstunden ein Streitthema. Über die Umstände und Verhandlungen wollte man aber natürlich nicht berichten. Vielleicht weil das Blut fehlte? Weil der bewaffnete Israeli fehlte?
Fakt ist, dass der Hilfskonvoi angekündigt, jedoch stark umstritten war, da man der Organisation „Free Gaza“ eine ideologische Nähe zur Hamas nachsagt und der Konvoi in erster Linie ein politisches Signal gegen die israelische Seeblockade senden sollte, da die Israelis Gaza durch die Blockade angeblich aushungern lassen. Es sind sogar Vergleiche mit Darfur im Umlauf, was jedoch jeglicher Grundlage entbehrt, da es regelmäßige UNO-Transporte in den Gaza-Streifen gibt und die Menschen dort daher keinesfalls hungern müssen. Die Seeblockade lässt die Menschen also nicht hungern, sondern unterbindet den Waffenhandel der Hamas, bei dem auch der Iran eine entscheidende Rolle spielt. Schiffe, welche es sich auf die Flaggen geschrieben haben, die Blockade zu durchbrechen, obwohl es für ihr Anliegen auch andere, konfliktfreie Wege gibt, können von Israel daher nur als Provokation verstanden werden.
Im Vorfeld der blutigen Inszenierung fand Welt-Online passende Worte zur „Friedensflotte“, welche die Mehrheit der Komparsen mit ihrer Maske doch ausgezeichnet täuschen konnte. Und das obwohl, wie Welt-Online beweist, bekannt war, worum es den „Friedensaktivisten“ wirklich geht. Selbst die britische BBC musste dies in ihrer Berichterstattung anmerken.
Nun heißt es jedoch, dass die israelische Armee wieder einmal „unverhältnismäßig“ reagiert habe, gar unschuldige Zivilisten attackiert haben soll. Das Videoaufnahmen das Gegenteil beweisen, wird willentlich ignoriert und eben jene Videos werden im deutschen Fernsehen selbstverständlich nicht ausgestrahlt. Lieber beruft man sich auf Videos und Berichte von Al-Jazeera. Ach ein herrliches Schauspiel, dessen Moral ins alt bewerte Propagandahorn blasen kann: Israel ist schuld! Massaker!

Man ist geneigt, schlicht mit einem Wort zu antworten: Unsinn!
Es war kein ehrlicher Hilfskonvoi, sondern eine bewusste Provokation, die Israel zu Fehlern zwingen sollte, so dass man sich in der eigenen politischen Sache profilieren kann. Ginge es diesen „Friedensaktivisten“ tatsächlich um die Hilfsgüter, hätten sie sich – um Konflikte zu vermeiden – auf den israelischen Vorschlag eingelassen und ihre Ladung in Aschdod gelöscht, so dass man sie überprüfen und dann durch die UN überbringen könnte.
Es waren keine Friedensaktivisten, sondern Friedensterroristen, die sich mit ihrer medialen Manipulation und Scheinheiligkeit auf der gleichen Stufe wie die Hamas befinden. Man möge dem kritischen Zuschauer folgendes erklären:
Warum beladen Menschen, die angeblich nur humanitäre Hilfsgüter transportieren wollen, ihr Schiff mit Waffen und scharfer Munition? Warum lassen sie sich nicht auf Kompromisse ein? Warum attackieren sie Soldaten, die das Manöver – wie angekündigt – friedlich stoppen wollen, mit Eisenstangen, Äxten und noch mehr?
Wer sich über das Seekriegsrecht informiert, wird zudem feststellen, dass Israel keineswegs völkerrechtswidrig gehandelt hat. Ebenso ist es, wie bereits erwähnt, eine unsinnige Behauptung, dass man die Bevölkerung in Gaza aushungern lässt. Es gibt regelmäßige UN-Transporte. Auch heute hätte es solch einen Transport geben können. Aber man suchte lieber die Konfrontation.

Der Hamas ist mal wieder ein PR-Clou gelungen. Man nennt es auch Pallywood. Und im hiesigen Getöse der humanen Empörung hört man sie immer wieder deutlich heraus, die alten Parolen, die Zweifel am Existenzrecht des jüdischen Staates äußern und sich irgendwo zwischen Schauspiel, Antisemitismus, Israel-Kritik und Gutmenschentum bewegen.
Die Sache mit dem Frieden. Sie ist nicht mal mehr ein Politikum. Nein, sie ist ein reines Schauspiel. Eine perfekte Täuschung. Und ausgerechnet die Charaktere, die gar keinen ehrlichen Frieden wollen, nicht zu Kompromissen bereit sind, den Frieden nur sich selbst gönnen und Hass in der Welt verbreiten, tragen die weiße Maske – mit Erfolg.

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