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		<title>Galutfreuden</title>
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		<title>Eine Frankfurter Posse</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Jan 2012 23:36:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isaak R.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Judentum]]></category>
		<category><![CDATA[Israel]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Nahost]]></category>
		<category><![CDATA[Antisemitismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Zuweilen gehört zum journalisitischen Handwerk auch die Kunst des Erfindens von Zusammenhängen, welche jedoch auch durch stilistisches Können und beharrliches &#8230;<p><a href="http://ronyitzchak.wordpress.com/2012/01/12/eine-frankfurter-posse/">Weiterlesen &#187;</a></p><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ronyitzchak.wordpress.com&amp;blog=7781240&amp;post=393&amp;subd=ronyitzchak&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zuweilen gehört zum journalisitischen Handwerk auch die Kunst des Erfindens von Zusammenhängen, welche jedoch auch durch stilistisches Können und beharrliches Wiederholen nicht richtiger werden.</p>
<p>Im Grunde genommen spricht es nur für die FAZ, dass einer <a href="http://www.faz.net/redaktion/wolfgang-guenter-lerch-11104284.html">ihrer Redakteure</a> anscheinend den Anspruch an sich stellt, in einem <a href="http://www.faz.net/aktuell/politik/wer-ist-jude-kulturkampf-in-israel-11595266.html">neunzeiligen Absatz den konfliktgeladenen Charakter</a> der von kultureller Diversität geprägten israelischen Gesellschaft darzustellen und dies auch noch mit einer Darstellung religionsgesetzlicher Aspekte des Judentums verknüpft, wobei eine Kurzfassung der israelischen Gründungsgeschichte den inhaltlichen Rahmen bildet, der vor allem ein Kernanliegen von Wolfgang Günter Lerch zum Ausdruck bringen soll: Es geht um das Wesen des jüdischen Staates, eines demokratischen Staates.</p>
<p>Bedenklich ist nur, dass Rahmen, Motiv und Farbgebung nicht recht miteinander harmonieren und Herr Lerch Zusammenhänge konstruiert, die nicht vorhanden sind und von gefährlichem Halbwissen zeugen.<span id="more-393"></span><br />
Auf Unwissenheit sollte sich niemand ausruhen, doch ist Halbwissen zuweilen weitaus bedenklicher, verleitet es doch zu der Annahme, sich unbedingt äußern zu müssen.<br />
Islamkunde studiert zu haben, scheint zumindest keine ausreichende Qualifikation zu sein, um über Spannungsfelder innerhalb einer jüdisch gesprägten Gesellschaft aufzuklären.<br />
In der Konsequenz werden Phänomene in einen Kontext gestellt, die in keinem Zusammenhang zueinander stehen. Herzl, Ben Gurion, orthodoxe Sittsamkeitsvorstellungen und Siedlerbewegung – ein roter Faden ist zu erkennen, jedenfalls für einen FAZ-Redakteur.</p>
<p>Herr Lerch sollte sich im Klaren darüber sein, dass er im Zweifelsfalle lediglich das weitverbreitete Halbwissen um einige weitere belanglose Insights aus verschiedenen Sphären israelischer Realität ergänzt und sein offenbar aufklärerischer Anspruch dazu verleiten dürfte, dass manch anderer sich ebenfalls animiert fühlt, entsprechende Schlussfolgerungen – basierend auf fehlerhaftem Halbwissen – und Werturteile wiederum mit anderen zu teilen.</p>
<p>So kommt das Ressentiment zu der Luft, nach der es lechzt, da jemand das Fenster öffnet, das er eigentlich nur von der Innenseite putzen sollte.</p>
<p>Nachtrag: Herrn Lerch schockiert es hoffentlich, dass sein Artikel offensichtlich dazu verleitet, mit der deutschen Seele ein wenig hausieren zu gehen, die sich auch über die Ursachen des Antisemitismus auszulassen meint und zu dem üblichen Schluss kommt: <a href="http://www.faz.net/suche/?query=&amp;BTyp=lesermeinungen&amp;author=%22Dr.+rer.+nat.+Manfred+F.+Lepold%22">Die Juden sind selbst dran schuld!</a></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/ronyitzchak.wordpress.com/393/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/ronyitzchak.wordpress.com/393/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/ronyitzchak.wordpress.com/393/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/ronyitzchak.wordpress.com/393/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/ronyitzchak.wordpress.com/393/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/ronyitzchak.wordpress.com/393/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/ronyitzchak.wordpress.com/393/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/ronyitzchak.wordpress.com/393/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/ronyitzchak.wordpress.com/393/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/ronyitzchak.wordpress.com/393/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/ronyitzchak.wordpress.com/393/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/ronyitzchak.wordpress.com/393/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/ronyitzchak.wordpress.com/393/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/ronyitzchak.wordpress.com/393/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ronyitzchak.wordpress.com&amp;blog=7781240&amp;post=393&amp;subd=ronyitzchak&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Was ist da los im Bus?</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Jan 2012 16:25:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isaak R.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Israel]]></category>
		<category><![CDATA[Judentum]]></category>
		<category><![CDATA[Nahost]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Minderheit einer Minderheit, welche wiederum selbst nur Teil einer anderen Minderheit ist, versetzt seit einigen Tagen die Medienlandschaft in &#8230;<p><a href="http://ronyitzchak.wordpress.com/2012/01/03/was-ist-da-los-im-bus/">Weiterlesen &#187;</a></p><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ronyitzchak.wordpress.com&amp;blog=7781240&amp;post=391&amp;subd=ronyitzchak&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Minderheit einer Minderheit, welche wiederum selbst nur Teil einer anderen Minderheit ist, versetzt seit einigen Tagen die Medienlandschaft in helle Aufregung und es scheint keine deutsche Tageszeitung zu geben, die dieser Tage noch kein Bilder schwarz gekleideter Juden mit Schläfenlocken abgelichtet hätte.<br />
Mit Überschriften wie bspw. &#8222;Zustände wie in Teheran&#8220;<em>(Berliner Zeitung, 3.Januar)</em> wird über Massendemonstrationen und religiöse Fanatiker, die eine Verdrängung der Frau aus dem öffentlichen Leben betreiben, berichtet. Natürlich muss man diese Personen mit Broders &#8222;Die Irren von Zion&#8220; betiteln, doch darf eine reflektierte und wahrheitsgemäße Berichterstattung nicht vernachlässigt werden.<br />
Keineswegs stet die israelische Gesellschaft vor dem Zerfall und an ein jüdisches Teheran ist bei weitem nicht zu denken.<br />
An dieser Stelle nun ein Versuch der Rekonstruktion dessen, woran sich die israelische Gesellschaft reibt und was zu einer Bilder- und Artikelflut in deutschsprachigen Medien geführt hat.<span id="more-391"></span></p>
<p>Interessant ist dabei das Spannungsfeld innerhalb der religiösen Bevölkerung Israels. Während dieser Tage der <em>&#8222;ultra-orthodoxe&#8220;</em> Jude als Sinnbild des religiösen Israels präsentiert wird, so als sei er nur die Spitze des Eisberges und als würde eine religiöse Parallelgesellschaft als monolithischer Block nach sozialer Kontrolle und Hegemonie streben, muss doch ein kühler Kopf bewahrt werden und das deutlich formuliert werden, was das Konstrukt &#8222;ultra-orthodox&#8220; bereits suggerieren dürfte: Es handelt sich – und dabei wird keinerlei Tat relativiert – um eine Minderheit. Leider verläuft die mediale Suggestion derzeit anders herum.</p>
<p>Was momentan wie ein sich entladender Konflikt zwischen der säkularen und religiösen Bevölkerung in Israel erscheint, reicht in seinen Wurzeln weit zurück und kennzeichnet primär einen Konflikt innerhalb des israelischen Judentums.<br />
Das orthodoxe Judentum, selbst schon mal eine Minderheit in Israel, spaltet sich in die verschiedensten Facetten und der Terminus &#8222;ultra-orthodox&#8220;, der im Wesentlichen lediglich eine besondere Spielart der Orthodoxie darstellt, sollte nicht zwingend, wie es fälschlicherweise getan wird, als Steigerung der Religiosität verstanden werden, so dass den Charedim eine repräsentative Funktion zukäme. Viel mehr praktizieren sie eine übermäßige Betonung bestimmter Teilaspekte des jüdischen Gesetzes bzw. der jüdischen Moralvorstellung, so wie jedes religiöse Milieu es tut. Im Falle der medial aufbereiteten Ulta-Orthodoxie steht der Anstand und die Züchtigkeit im Mittelpunkt.<br />
Es gibt keinen Grund dies zu verleugnen, das orthodoxe Judentum steht auch für eine Rollenverteilung der Geschlechter, jedoch keineswegs mit der Absicht Frauen von der Öffentlichkeit fernzuhalten.<br />
Teile des ultra-orthodoxen Milieus jedoch scheinen eben dies unter Zucht und Anstand zu verstehen und schrecken traurigerweise auch vor Gewalt nicht zurück, doch stellen sie trotz ihres öffentlichwirksamen Auftreten mit ihrer Radikalität selbst in ihrer eigenen religiösen Verortung eine Position dar, der – glücklicherweise &#8211; kaum Verständnis entgegengebracht wird.<br />
Frauen, die sich in die Totalverschleierung begeben, geschlechtergetrennte Busse und eine Sittenpolizei, welche Ladenbesitzer terrorisiert, da es in deren Geschäften nicht fromm genug zugehe, werden in der charedischen Gesellschaft auch dementsprechend kommentiert. Man werfe einen Blick insbesondere auf die Kommentare <a href="http://www.theyeshivaworld.com/article.php?p=106417">hier</a>, <a href="http://www.theyeshivaworld.com/article.php?p=113491">hier</a> und <a href="http://www.theyeshivaworld.com/article.php?p=106835">hier</a>.<br />
Es schließt sich der Kreis – wir sprechen von einer wenige hundert Mann großen Minderheit einer Minderheit innerhalb einer Minderheit. Kann man sich daher tatsächlich einer jüdischen Theokratie nahe wähnen? Wohl kaum.</p>
<p>Dennoch katalysieren die Spannungen innerhalb der israelischen Orthodoxie derzeit die selbstverständlich vorhanden Konflikte zwischen überwiegend säkularen/traditionellen Bevölkerungsmehrheit und der orthodoxen Minderheit.<br />
Die israelische Presse nahm dabei zum Einen den Konflikt zwischen modern-orthodoxen und charedischen Juden in Beth Schemesch und die sog. Mehadrin-Busse zum Anlass, das Thema offensiv in die Öffentlichkeit zu tragen.<br />
Eben dies ist freilich die Aufgabe der Presse – und zwar nicht nur der israelischen -, doch sollte sie, wenn sie schon der einen journalistischen Pflicht nachkommt, auch all die anderen Verantwortungen nicht missachten, die ein solch gesellschaftlich relevantes Thema in sich birgt, wozu unter anderem eine differenzierte und informierende Berichterstattung zu zählen ist.<br />
In den deutschen Medien wurde, so scheint es, weitgehend unreflektiert die Position der israelischen Presse übernommen, wobei ganz außer Acht gelassen wird, dass diese doch selbst Teil des Konfliktes ist.<br />
So reproduziert die &#8222;Berliner Zeitung&#8220; in ihre heutigen Ausgabe die Geschichte der Tanja Rosenblit, von der hinlänglich bekannt ist, dass sie nicht nur unschuldiges Opfer war, wie die <a href="http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/11938">Jüdische Allgemeine</a> schon recht früh zu berichten wusste. Geschlechtergetrennte Busse sind selbstverständlich ein unsägliches Phänomen, doch gerade deswegen müsste mit Erleichterung und Frohmut auf die Tatsache hingewiesen werden, dass sich die israelische Busgesellschaft eine solche Trennung verbittet, sie nur in den privaten und als solche gekennzeichneten Bussen der Wenigen unter den &#8222;Ultra-Orthodoxen&#8220; stattfindet.<br />
Erstaunlich ist, dass die Beobachter der Ereignisse die Radikalität weniger Menschen zum Maßstab der Authenzität religiösen Judentums erheben, und es ist kaum auszumalen, welche Botschaften diese Art der Berichterstattung nach Europa transportiert.</p>
<p>Minderheiten, radikale noch dazu, gibt es überall. Doch räumen wir ihnen keineswegs die Möglichkeit der Spaltung unserer Gesellschaft ein. Oder wie stet es eigentlich um die militanten Nichtraucher, die im Sinne des Nichtraucherschutzes die Raucher aus dem öffentlichen Raum verbannen wollen? Steht unsere Gesellschaft jetzt vor dem Zerfall?</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/ronyitzchak.wordpress.com/391/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/ronyitzchak.wordpress.com/391/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/ronyitzchak.wordpress.com/391/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/ronyitzchak.wordpress.com/391/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/ronyitzchak.wordpress.com/391/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/ronyitzchak.wordpress.com/391/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/ronyitzchak.wordpress.com/391/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/ronyitzchak.wordpress.com/391/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/ronyitzchak.wordpress.com/391/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/ronyitzchak.wordpress.com/391/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/ronyitzchak.wordpress.com/391/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/ronyitzchak.wordpress.com/391/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/ronyitzchak.wordpress.com/391/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/ronyitzchak.wordpress.com/391/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ronyitzchak.wordpress.com&amp;blog=7781240&amp;post=391&amp;subd=ronyitzchak&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Engagement für wen?</title>
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		<pubDate>Sat, 31 Dec 2011 20:44:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isaak R.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Israel]]></category>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Mehrfach forderte Dieter Graumann während des diesjährigen Jugendkongresses in Weimar mehr Engagement junger jüdischer Gemeindemitglieder für Israel. Als Wunsch wollte &#8230;<p><a href="http://ronyitzchak.wordpress.com/2011/12/31/engagement-fur-wen/">Weiterlesen &#187;</a></p><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ronyitzchak.wordpress.com&amp;blog=7781240&amp;post=367&amp;subd=ronyitzchak&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mehrfach forderte Dieter Graumann während des <a href="http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/11772">diesjährigen Jugendkongresses</a> in Weimar mehr Engagement junger jüdischer Gemeindemitglieder für Israel.<br />
Als Wunsch wollte er diesen Aufruf verstanden wissen, doch traten während einer offenen Debatte im Rahmen der Zentralratstagung doch recht große Spannungsfelder zwischen den Generationen zu Tage, die deutlich machten, dass hinter Graumanns geäußertem Wunsch viel mehr ein (verzweifelter) Appell steckte. Insbesondere die Teilnehmer des Jugendkongresses suchten nach einer Möglichkeit der Diskussion darüber, wie sich moderne jüdische Identität in Deutschland definieren lasse. Es trafen zwei Generationen aufeinander, die ihr Judentum in unterschiedlichen Kontexen erleben und definieren dürfen bzw. durften.<span id="more-367"></span><br />
Micha Brumlik war es, der mit ehrlichen Worten die Situation der ersten Generation nach dem Holocaust beschrieb, die das Leben in Deutschland als ein Unding empfand und den Staat Israel ganz selbstverständlich als den positiven Bezugspunkt ihres Judentums verstand.<br />
In einer Zeit, in der Zuwanderer ganz bewusst nach Deutschland und nicht nach Israel gingen und zahlreiche junge jüdische Leben auch nach dem Holocaust in Deutschland geboren wurden, die trotz des Schicksals ihrer Großeltern relativ unbefleckt in diesem Land aufwachsen, kann Israel selbstverständlich nicht den gleichen unverrückbaren Stellenwert haben wie noch eine Generation zuvor. Denn Judentum lässt sich weitaus positiver definieren(jenseits von Holocaust und Antisemitismus) und man schämt sich nicht, in Deutschland leben zu &#8222;müssen&#8220;.<br />
Irritierend ist daher Graumanns Verzweiflung, dass das Engagement für Israel nachlasse, so als käme damit das Judentum in Deutschland zu Fall.</p>
<p>Über die Wichtigkeit Israels soll an dieser Stelle nicht diskutiert werden. Dennoch stellt sich für einen jungen Menschen, der mit dem Aufbau seines eigenständigen Lebens beschäftigt ist sicherlich die Frage, für welches Israel er sich engagieren soll und ob er es aus einem positiven Bezug zu Israel heraus tut oder doch nicht etwa nur als Abwehrkampf gegen antisemitisch gefärbten Antizionismus.</p>
<p>Es bleiben bei all der Bandbreite an Problemen, die man individuell für sich klären kann, die Fragen stehen, wie man die Ohrfeige, welche oftmals als Dank aus der Levante kommt, verkraften soll. Wie soll man sich für einen Staat einsetzen, der viele jüdische Kernelemente verworfen hat, sich aber gleichzeitig als Hüter der jüdischen Kultur in der Moderne versteht und jeglichem Leben in der Diaspora, für das es viel verschiedene Gründe gibt, zumindest einen Hauch seiner jüdischen Essenz abspricht? Macht Zionismus bei solch einem Selbtsanspruch noch Spaß?</p>
<p>Hier der jüngste Trumpf der israelischen Regierung:</p>
<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://ronyitzchak.wordpress.com/2011/12/31/engagement-fur-wen/"><img src="http://img.youtube.com/vi/bBR8CbDyFx4/2.jpg" alt="" /></a></span>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/ronyitzchak.wordpress.com/367/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/ronyitzchak.wordpress.com/367/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/ronyitzchak.wordpress.com/367/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/ronyitzchak.wordpress.com/367/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/ronyitzchak.wordpress.com/367/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/ronyitzchak.wordpress.com/367/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/ronyitzchak.wordpress.com/367/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/ronyitzchak.wordpress.com/367/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/ronyitzchak.wordpress.com/367/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/ronyitzchak.wordpress.com/367/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/ronyitzchak.wordpress.com/367/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/ronyitzchak.wordpress.com/367/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/ronyitzchak.wordpress.com/367/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/ronyitzchak.wordpress.com/367/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ronyitzchak.wordpress.com&amp;blog=7781240&amp;post=367&amp;subd=ronyitzchak&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Achtung: In Israel gibt es Judentum!</title>
		<link>http://ronyitzchak.wordpress.com/2011/12/27/achtung-in-israel-gibt-es-judentum/</link>
		<comments>http://ronyitzchak.wordpress.com/2011/12/27/achtung-in-israel-gibt-es-judentum/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 27 Dec 2011 12:43:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isaak R.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Israel]]></category>
		<category><![CDATA[Judentum]]></category>
		<category><![CDATA[Nahost]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Langsam scheinen die deutschen Medien einem Problem gewahr zu werden, welches für die meisten Israelis und auch für manch einen &#8230;<p><a href="http://ronyitzchak.wordpress.com/2011/12/27/achtung-in-israel-gibt-es-judentum/">Weiterlesen &#187;</a></p><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ronyitzchak.wordpress.com&amp;blog=7781240&amp;post=361&amp;subd=ronyitzchak&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Langsam scheinen die deutschen Medien einem Problem gewahr zu werden, welches für die meisten Israelis und auch für manch einen Diaspora-Juden von erheblicherem Ausmaße ist als die Never-Ending-Story mit den Palästinensern. Nicht nur, weil es den israelischen Alltag direkt betrifft, sondern auch <em>- und das lässt sich aus Diasporaperspektive sagen -</em> weil es beständig die Frage nach der Essenz des israelischen Staates aufwirft. Ein jüdischer Staat oder ein Staat für Juden? Soll der Staat jüdisch sein? Und welche Rolle kommt mir als Jude in der Diaspora bei diesem Richtungskampf zu? Engagiere ich micht bedingungslos für Israel, ein Israel jeglicher Farcon, oder doch nur unter Vorbehalt?<br />
<span id="more-361"></span><br />
Die Zeit hat als erstes deutschprachiges Medium das Dilemma jüdischer Identität in Israel entdeckt und berichtet von einem <a href="http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2011-12/israel-immigranten-usa">israelischen Exodus gen Amerika</a>, das goldene Medine des 19. Jh.<br />
Leider erschöpft sich Eva Schweitzer in der Überschrift, Israel sei den säkularen Israelis zu religiös. Dies ist kein sonderlich nennenswerter Erkenntnisgewinn, schließlich dürfte einem säkularen Staatsbürger jegliche Art religiöser Prägung seines Staates zu religiös sein &#8211; und sei es nur ein staatliche subventionierter Weihnachtsmarkt.<br />
An dieser Stelle lohnt sich ein Blick in die israelische Presse, welche die Problematik unter einer differenzierteren Lupe betrachtet und sicherlich auch aus der persönlichen Betroffenheit heraus gar nicht allzu sehr die Frage in den Mittelpunkt stellt, ob eine Gesellschaft religiös, ergo jüdisch geprägt sein darf. Zunächst einmal empfiehlt sich nämlich eine Beantwortung der Frage, was authentisch jüdisch ist. Die simple Darstellung des Gegensatzes <em>säkular-orthodox</em> reicht hier nicht aus, denn in der Orthodoxie ist man ganz und gar nicht damit einverstanden, wenn Schulmädchen bespuckt werden.</p>
<p>Hier eine entsprechende Link-Sammlung:<br />
- <a href="http://www.haaretz.com/news/national/peres-urges-israelis-to-protest-against-religious-extremism-1.403887">Peres gegen religiösen Extremismus</a><br />
- <a href="http://www.haaretz.com/print-edition/news/ultra-orthodox-jews-ask-israeli-media-to-help-rid-them-of-extremists-1.403778">Charedim bitten um Hilfe</a><br />
- <a href="http://www.theyeshivaworld.com/news/General+News/112992/Beit-Shemesh-Braces-For-Thousands-Of-Protesters-Against-Exclusion-Of-Women.html">Yeshiva World News zur Spuck-Attacke</a></p>
<p>Fragt sich nun also, warum in den deutschen Medien auf eine entsprechend vielschichtige Darstellung verzichtet wird. Die Behauptung, dass jene Problematik nicht von derartigem Interesse sei, kann getrost zurückgewiesen werden. Wie sonst lassen sich zahlreiche Video-Beiträge zur &#8222;orthodoxen Übernahme&#8220; Israels erklären?</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/ronyitzchak.wordpress.com/361/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/ronyitzchak.wordpress.com/361/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/ronyitzchak.wordpress.com/361/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/ronyitzchak.wordpress.com/361/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/ronyitzchak.wordpress.com/361/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/ronyitzchak.wordpress.com/361/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/ronyitzchak.wordpress.com/361/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/ronyitzchak.wordpress.com/361/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/ronyitzchak.wordpress.com/361/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/ronyitzchak.wordpress.com/361/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/ronyitzchak.wordpress.com/361/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/ronyitzchak.wordpress.com/361/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/ronyitzchak.wordpress.com/361/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/ronyitzchak.wordpress.com/361/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ronyitzchak.wordpress.com&amp;blog=7781240&amp;post=361&amp;subd=ronyitzchak&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Buch: Abraham war Optimist</title>
		<link>http://ronyitzchak.wordpress.com/2011/01/18/buch-abraham-war-optimist/</link>
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		<pubDate>Tue, 18 Jan 2011 10:44:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isaak R.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Als Jude in Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>

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		<description><![CDATA[Publikationen, die sich einem lebendigem Judentum und moderner jüdischer Identität widmen, sind eher rar gesät. Die Romantik einer unwiderruflich verschollenen &#8230;<p><a href="http://ronyitzchak.wordpress.com/2011/01/18/buch-abraham-war-optimist/">Weiterlesen &#187;</a></p><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ronyitzchak.wordpress.com&amp;blog=7781240&amp;post=356&amp;subd=ronyitzchak&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Publikationen, die sich einem lebendigem Judentum und moderner jüdischer Identität widmen, sind eher rar gesät. Die Romantik einer unwiderruflich verschollenen Welt lockt eher und kann ohne großartige Reflexion der Probleme und Gegebeneiten der Gegenwart sorglos aufgesogen werden.<br />
Dass es aber auch anders geht, beweist das im Dezember erschienene Buch &#8222;Abraham war Optimist&#8220;, welches unter anderem Texte des Autors dieses Blogs enthält.</p>
<p>Die Fotografin Manuela Koska legt mit dem Buch einen eindrucksvollen Bildband über die jüdische Gegenwart Mecklenburg-Vorpommerns ab, der durch die beigefügten Texte jedoch mehr als nur diesen kleinen Ausschnitt jüdischen Lebens darstellt, sondern darüber hinaus große Frage aufgreift, bspw. wie es im heutigen Deutschland auch angesichts der Zuwanderung aus der ehemaligen Sowjetunion um die zu erhaltene jüdische Identität bestellt ist.<br />
Diese Fragen werden nicht sachlich oder gar kühl analysiert, sondern lösen sich durch den Einblick in die persönlichen Lebenswelten verschiedener Gemeindemitglieder auf und werden umrahmt von der Weisheit eines Rabbiners, der frohen Herzens darüber spricht, welch persönliche Bereicherung er aus dem Judentum schöpfen kann. </p>
<p>&#8222;Abraham war Optimist: Rabbiner William Wolff und seine Gemeinde&#8220; &#8211; ein unbedingter <a href="http://www.amazon.de/Abraham-war-Optimist-Rabbiner-Gemeinde/dp/394227115X/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1295347294&amp;sr=1-1">Kaufbefehl</a>!</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/ronyitzchak.wordpress.com/356/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/ronyitzchak.wordpress.com/356/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/ronyitzchak.wordpress.com/356/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/ronyitzchak.wordpress.com/356/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/ronyitzchak.wordpress.com/356/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/ronyitzchak.wordpress.com/356/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/ronyitzchak.wordpress.com/356/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/ronyitzchak.wordpress.com/356/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/ronyitzchak.wordpress.com/356/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/ronyitzchak.wordpress.com/356/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/ronyitzchak.wordpress.com/356/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/ronyitzchak.wordpress.com/356/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/ronyitzchak.wordpress.com/356/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/ronyitzchak.wordpress.com/356/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ronyitzchak.wordpress.com&amp;blog=7781240&amp;post=356&amp;subd=ronyitzchak&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Was taugt die Leitkultur?</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Nov 2010 14:44:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isaak R.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Als Jude in Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Christentum]]></category>
		<category><![CDATA[Interreligiöses]]></category>
		<category><![CDATA[Islam]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Nicht nur der zur Reflexion unbequeme Durchschnitt der Gesellschaft meint auf Grundlage fragwürdiger Publikationen, die Gefahr aus dem Morgenland erkannt &#8230;<p><a href="http://ronyitzchak.wordpress.com/2010/11/18/was-taugt-die-leitkultur/">Weiterlesen &#187;</a></p><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ronyitzchak.wordpress.com&amp;blog=7781240&amp;post=351&amp;subd=ronyitzchak&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nicht nur der zur Reflexion unbequeme Durchschnitt der Gesellschaft meint auf Grundlage fragwürdiger Publikationen, die Gefahr aus dem Morgenland erkannt zu haben, sondern auch in deutschen Hörsälen fabulieren Professoren offen über die Kompatibilität verschiedener Kulturen und sehen das christliche Abendland am Rande des islamischen Abgrundes, den man nur mit einer überzeugenden und schlagfertigen Leitkultur überbrücken könne.<br />
Denn schließlich seien es ja stets die Gäste, die sich dem großzügigen Gastgeber anzupassen haben, welcher doch immerhin so großzügig sei, das Geschenk der modernen Zivilisation mit anderen Kulturen zu teilen. Kurzum: Her mit der deutschen Leitkultur!<span id="more-351"></span></p>
<p>Was die Leitkultur anscheinend will, ist recht klar, doch darf sie überhaupt den selbstgerechten Anspruch stellen, unsere multikulturelle Gesellschaft nach Utopia zu führen und kulturelle Maßstäbe festzusetzen, die schlicht notwendig zu sein scheinen?!<br />
Prinzipiell ist ein sozialer und politischer Konsens die Grundvoraussetzung für ein aktives Miteinander, oder doch zumindest für ein weitgehend unproblematisches Nebeneinander. Doch wenn der Konsens seinen positiven Wert nur daraus schöpfen kann, dass man eine der involvierten Parteien bändigen muss, erhärtet sich der Verdacht, dass reaktionäre und verängstigte Reflexe und kein allgemeingültiges Gut am Werke sind.<br />
Wer die Fremdmarkierung bracht, um sich selbst zu verordnen, weiß im Grunde gar nicht, wo er steht und in welche Richtung er sich wenden muss.</p>
<p>Die christliche Tradition Europas soll nun also der Rettungsanker sein, um Ehrenmorden, Zwangsheiraten, Kopftüchern und der Intoleranz ein Ende zu setzen. Merkwürdig ist jedoch, dass es fast 2000 Jahre lang die eben explizit christliche Gesellschaft war, die für Zwang, mangelnde Toleranz und Unfreiheit stand. Mit einem so negativen belasteten Gegenstand soll jetzt das Abendland gerettet werden? Nu, warum denn eigentlich nicht wieder her mit dem Mutterkreuz, um auch gleich noch das traditionelle Familienmodell zu retten?</p>
<p>Leitkultur mit Papst und Kirchturm? Nein, dann doch lieber Kant und Hegel. Aber Moment, wer hat die denn schon gelesen?</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/ronyitzchak.wordpress.com/351/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/ronyitzchak.wordpress.com/351/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/ronyitzchak.wordpress.com/351/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/ronyitzchak.wordpress.com/351/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/ronyitzchak.wordpress.com/351/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/ronyitzchak.wordpress.com/351/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/ronyitzchak.wordpress.com/351/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/ronyitzchak.wordpress.com/351/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/ronyitzchak.wordpress.com/351/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/ronyitzchak.wordpress.com/351/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/ronyitzchak.wordpress.com/351/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/ronyitzchak.wordpress.com/351/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/ronyitzchak.wordpress.com/351/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/ronyitzchak.wordpress.com/351/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ronyitzchak.wordpress.com&amp;blog=7781240&amp;post=351&amp;subd=ronyitzchak&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Europäische Phobien und eine christlich-jüdische Leitkultur</title>
		<link>http://ronyitzchak.wordpress.com/2010/10/14/europaische-phobien-und-eine-christlich-judische-leitkultur/</link>
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		<pubDate>Thu, 14 Oct 2010 10:06:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isaak R.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Als Jude in Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Christentum]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Neuerdings wird es wieder in Regelmäßigkeit beschworen, das christlich-jüdische Abendland, das europäische Wertegefüge. Anlass ist eine mehr oder weniger künstlich &#8230;<p><a href="http://ronyitzchak.wordpress.com/2010/10/14/europaische-phobien-und-eine-christlich-judische-leitkultur/">Weiterlesen &#187;</a></p><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ronyitzchak.wordpress.com&amp;blog=7781240&amp;post=348&amp;subd=ronyitzchak&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Neuerdings wird es wieder in Regelmäßigkeit beschworen, das christlich-jüdische Abendland, das europäische Wertegefüge. Anlass ist eine mehr oder weniger künstlich erzeugte Integrationsdebatte über die europäischen Muslime, die, so suggeriert es zumindest das Konstrukt „christlich-jüdisch“, wohl kein Teil des europäischen Wertegefüges, wenn nicht gar der europäischen Kultur sein können.<br />
Dass die Europäer bei der Debatte, um ihr Erbe und ihre Identität zu fürchten neigen, ist nicht unüblich; ist es doch ein natürlicher Reflex, sich und seine Werte zu verteidigen, wenn man sie in irgendeiner Form bedroht sieht. Im Falle Europas jedoch ist es wichtig die Tatsache festzuhalten, dass eine solche zu verteidigende Identität allein durch die Bedrohungslage existiert, sie nur dann formuliert wird, wenn externe Einflüsse scheinbar Überhand zu gewinnen drohen.<br />
Seit jeher war Europa ein Kontinent der Vielfalt. Nicht wegen eines überragenden Maßes an gegenseitiger Toleranz, sondern als ein Produkt des Rückzugs auf die eigene Nation. Ein homogenes Europa hat es nie gegeben, und ein gemein-europäisches Bindeglied auszumachen, ist äußerst schwierig. Ist es ein gemeinsames religiöses Erbe? Diesen Punkt kann man spätestens seit der Reformation hinterfragen, von der Diskrepanz zwischen westlicher und östlicher Kirche gar nicht zu sprechen. Und möchte man beispielsweise das Latein zu einem kulturellen Bindeglied erheben, muss man sich im selben Atemzug auch fragen, inwiefern das heute noch von Bedeutung ist. Denn wer in Europa ist noch des Lateinischen mächtig?<br />
Europa hat sich immer dann als Einheit begriffen, wenn eine externe Bedrohung drohte, sei es territorialer oder kultureller Art. Als die Türken vor Wien standen, wurde der europäische Kampf beschworen und während der Kreuzzüge kämpften Ritter aus verschiedenen Ländern Seit an Seit gegen die Ungläubigen. Europa war vor allem immer stark darin zu betonen, was es auf keinen Fall ist &#8211; Eigendefinition durch Fremdmarkierung.<br />
Heute scheint der Muslim nicht nach Europa zu passen, doch als Intoleranz oder Mangel an Offenheit möchte man dies nicht vermerkt sehen, so dass man explizit eine noch viel kleinere Minderheit in das Wertekonstrukt mit einbezieht: die Juden.<br />
Nun ist die Proklamation eines solchen Erbes gemessen an historischen Erfahrungen nicht haltbar. Nie hat es in Europa eine fruchtbare christlich-jüdische Symbiose gegeben. Die Schaffenskraft der jüdisch-aschkenasischen Geisteswelt entfaltete sich im Ghetto, in Abgrenzung von der gleichgültig bis feindlich gesinnten Mehrheitsgesellschaft, ohne irgendeinen Einfluss von ihr aufgesogen zu haben. Ebenso unsinnig erscheint die romantische Erinnerung an die deutsch-jüdische Tradition vor 1933, an die deutsch-jüdische Normalität nach der man sich sehnt. Denn auch eine solche Symbiose hat es in Wahrheit nie gegeben. Der Zustand, an den man sich so gern erinnert, konnte nur auf Kosten der jüdischen Kultur erzeugt werden. Der Preis der sozialen Akzeptanz der deutschen Juden war die Assimilation, welche seitens der Mehrheitsgesellschaft immer eine Absage an den Pluralismus und seitens der Minderheit eine soziokulturelle Kapitulation darstellt. Jüdisch war in dieser Symbiose nichts, bis auf die Herkunft einiger ihrer Akteure.<br />
Aber Moment, war da nicht mal ein goldenes Zeitalter in Spanien, wo Juden, Christen und Muslime mehr oder weniger in Eintracht und Toleranz hauptsächlich neben-, aber zuweilen auch miteinander lebten? Ja, diese Zeit hat es gegeben. Doch regiert haben nicht die christlichen Europäer, sondern die maurischen Muslime.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/ronyitzchak.wordpress.com/348/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/ronyitzchak.wordpress.com/348/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/ronyitzchak.wordpress.com/348/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/ronyitzchak.wordpress.com/348/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/ronyitzchak.wordpress.com/348/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/ronyitzchak.wordpress.com/348/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/ronyitzchak.wordpress.com/348/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/ronyitzchak.wordpress.com/348/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/ronyitzchak.wordpress.com/348/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/ronyitzchak.wordpress.com/348/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/ronyitzchak.wordpress.com/348/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/ronyitzchak.wordpress.com/348/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/ronyitzchak.wordpress.com/348/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/ronyitzchak.wordpress.com/348/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ronyitzchak.wordpress.com&amp;blog=7781240&amp;post=348&amp;subd=ronyitzchak&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Meine Begegnung mit einem Holocaustleugner</title>
		<link>http://ronyitzchak.wordpress.com/2010/09/22/meine-begegnung-mit-einem-holocaustleugner/</link>
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		<pubDate>Wed, 22 Sep 2010 01:16:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isaak R.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Als Jude in Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Antisemitismus]]></category>
		<category><![CDATA[Holocaust]]></category>

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		<description><![CDATA[Trotz reichlicher Überlegung weiß ich immer noch nicht, ob ich für die nicht weit zurückliegende Erfahrung, die mir einen einmaligen &#8230;<p><a href="http://ronyitzchak.wordpress.com/2010/09/22/meine-begegnung-mit-einem-holocaustleugner/">Weiterlesen &#187;</a></p><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ronyitzchak.wordpress.com&amp;blog=7781240&amp;post=337&amp;subd=ronyitzchak&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Trotz reichlicher Überlegung weiß ich immer noch nicht, ob ich für die nicht weit zurückliegende Erfahrung, die mir einen einmaligen Einblick in die Irrationalität des Antisemitismus bot, dankbar sein soll, oder ob meine Empörung über meinen Diskussionspartner nicht eher ins Unermessliche steigen muss.<br />
Der Landtag Mecklenburg-Vorpommerns öffnete am 12.September für interessierte Bürger die Tore des Schweriner Schlosses. Bei angenehmen Spätsommerwetter präsentierten sich die Fraktionen, diverse Organisationen und Initiativen, was von zahlreichen Besuchern wahrgenommen wurde. Über Stunden hinweg herrschte reges Treiben rund um das Schloss und in den Räumlichkeiten des Landtages. Besonders auffällig dabei der Betrieb am Stand der NPD-Fraktion, der jedoch nur dadurch, so sagte man es mir, gewährleistet werden konnte, dass man Mitglieder aus der Gegend anfahren, oder besser gesagt anmarschieren ließ.<br />
Dennoch wird sich wohl kaum abstreiten lassen, dass viele Menschen auch aus echtem Interesse den Stand der Rechtsextremen aufsuchten, und diese bisweilen auch Besuch von echten Gesinnungsgenossen empfangen durften.<span id="more-337"></span><br />
So trieb sich beim Tag der offenen Tür auch der nach Selbstauskunft, und von mir später in einer Internetrecherche bestätigt, mehrfach angeklagte Holocaustleugner Gerd Walther im Dunstkreis der NPD herum, scheinbar stets zur Provokation bereit, welche er selbst jedoch nicht als eine solche bezeichnet hätte, sondern als eine offene Diskussion zur Wahrheitsfindung verstanden haben wollte. Im Kontext einer solchen Diskussion mit Mitgliedern der Jungen Union zitierte Walther dann auch den bekannten Antisemiten und wegen Holocaustleugnung und Volksverhetzung zu 6 Jahren Haft verurteilten Horst Mahler, der seine politische Karriere als RAF-Mitbegründer startete, irgendwann jedoch zum Neo-Nazi mutierte und von seinen Anhängern(darunter Gerd Walther) heute als Verfechter eines esoterischen Antisemitismus anscheinend als „großer Philosoph“(Zitat G.W.) bewundert wird.<br />
Folgendes soll Mahler gesagt haben:</p>
<blockquote><p>„Wenn man einen Leichenberg findet, ist dies noch lange keine Beweis dafür, dass ein Mord geschehen ist.“</p></blockquote>
<p>Als abstrakte Theorie hat diese Aussage sicherlich einen wahren Kern, doch im konkreten Zusammenhang mit den nationalsozialistischen Verbrechen und der industriellen Massenvernichtung der Juden lässt sich diese fixe Idee als Grundgerüst einer Grundsatzdebatte kaum aufrechterhalten, da die Beweise für die Ermordung nicht von der Hand zu weisen, ja für jeden ersichtlich und einsehbar sind. Doch gerade diese Beweise sind der Dreh- und Angelpunkt einer rechtsextremen Bewegung, die sich voll und ganz in die Tradition des Nationalsozialismus stellt, seine großen Verbrechen jedoch relativiert, zum Teil gar leugnet und eben jene historischen Fakten als logische Konsequenz ihrer grundlegenden Weltanschauung nur als Lüge, als jüdische Lüge, abtun kann, womit sie als Argumente in einer Diskussion ausscheiden und eine Debatte nur abstrakt und von den Antisemiten bestimmt bleiben kann.<br />
Die meisten Leute wussten sich daher dem Gespräch mit G.W. mit kurzen, aber dafür deutlichen Worten zu entziehen. Auch ich schwankte innerlich zwischen offener Empörung und überlegener Gelassenheit, konnte jedoch nicht mehr an mich halten, als tatsächlich Horst Mahler zitiert wurde. So reagierte ich zunächst emotional, aus der Perspektive eines Enkels von Opfern, war dann aber auch wahnsinnig überrascht, da ich es nicht für möglich gehalten hätte, dass ich als Jude einmal ins Gespräch mit einem eingefleischten, ideologisch wirklich indoktrinierten und nicht nur latent von Vorurteilen durchzogenen Antisemiten kommen sollte – vor allem auch in Anbetracht der Tatsache, dass ich mich viel mit Horst Mahler und seiner sog. „Reichsbewegung“ beschäftigt habe, welche die BRD nur als eine vorübergehende Organisationsform der Besatzungsmächte betrachtet, die das Deutsche Reich als Staat jedoch nicht abgelöst hat.<br />
So wurde ich – gewissermaßen selbstverschuldet – in eine letztendlich 2,5-stündige Auseinandersetzung verwickelt, die mir rückblickend wie ein möglicher nationalsozialistische Geschichtsunterricht vorkam, dessen Absurdität sich nur schwer steigern lässt, zu jenem Zeitpunkt selbst jedoch absolute Geistesgegenwart von mir abverlangte, da ich wohl meinte, den Mann vom Gegenteil überzeugen und mich als Paradejude dafür opfern zu müssen. Dass er den Spieß etwa in der Mitte des Gespräches mit wenigen Sätzen einfach umdrehte, „Mein Kampf“ mit konkreter Seitenanzahl zitierte und mich darüber „aufklärte“, dass ich ohne Einschränkung dem jüdischen Gesprächspartner entspräche, von dem Hitler aus eigener Erfahrung in seiner Hetzschrift berichtet, scheint mir die Ironie oder auch Ausdruck der Sinnlosigkeit meiner Bemühung zu sein. Auf einmal war ich also ein Musterjude, und neben den historischen, moralischen und politischen Argumenten, die als jüdische Erdichtung ohnehin nichtig waren, wurde ich schlicht meiner Herkunft wegen als ernstzunehmender, ehrlicher Gesprächspartner disqualifiziert, wenngleich ich im Laufe des Gespräches doch immer wieder dafür gelobt wurde, im Gegensatz „zu den deutschen Kleingeistern“ interessiert zuzuhören. Der Antisemit lobt einen Juden, so als würde es wohl stimmen, dass jeder Deutsche seinen „guten Juden“ habe. Wobei Göring dies als einen Irrglauben und eine Last sah, von denen sich die Deutschen befreien müssten, um die „Judenfrage“ zu lösen.<br />
Bis zu diesem Punkt war Walther übrigens gar nicht klar, dass er mit einem Juden diskutiert. Von daher lässt sich unsere Diskussion sehr gut in zwei thematische Blöcke aufteilen.</p>
<p><strong>1.Der Holocaust ist eine Lüge<br />
2.Als Jude lebe ich von der Lüge</strong></p>
<p>Für das erste Thema ist es wichtig hervorzuheben, dass Walther, wie auch all die anderen Anhänger Mahlers, den Holocaust nicht explizit mit eigenen Worten verneinen, sondern in erster Linie Fragen in den Raum werfen, deren Absicht für jeden offensichtlich sind, von den Fragestellern jedoch nicht direkt, sondern nur mit fremden Zitaten beantwortet werden, welche selbst nicht weiter kommentiert werden. Man hat sich folglich zu etwas bekannt, ohne es konkret ausgesprochen zu haben. Dies ist bei den zahlreichen Gerichtsprozessen von Bedeutung. Angeklagt wegen der „Leugnung oder Relativierung nationalsozialistischer Verbrechen“ können sich Mahlers Schergen hinter Formfragen verstecken, ohne zur inhaltlichen Auseinandersetzung Stellung beziehen zu müssen und legen damit zahlreiche Prozesse lahm, die sie zum Teil sogar durch Selbstanzeigen förmlich suchen, da sie sich nicht als Angeklagte, sondern als Ankläger betrachten. Das Gericht ist ihre Bühne.<br />
Ähnlich begann auch die Diskussion mit Gerd Walther. Er zitierte zahlreiche Personen, die Zweifel daran äußern bzw. geäußert haben, dass die Überreste der Gaskammern in Auschwitz authentisch seien und dass es zumindest in dieser Form keine Massenvernichtung gegeben habe &#8211; „In Auschwitz kann es nicht gewesen sein!“. Es war eine regelrechte Flut von Zitaten, die sich an Ort und Stelle nur schwer überprüfen ließ. Die Empörung umstehender Personen, er leugne den Holocaust, wehrte er mit der Behauptung ab, dass er nur an der Wahrheit interessiert sei. Fortan reagierte er auf jedes Argument mit den Worten „Junger Herr, Sie müssen verstehen&#8230;“ worauf absurde historische Abhandlungen folgten, die viele (unsinnige) Aussagen enthielten, Fragen jedoch nicht beantworteten und Argumente nicht aufgriffen, sondern die Diskussion in eine Richtung lenken sollten, in der es ausreichend Platz für nationalistische und antisemitische Propaganda gibt. Besonders skurril waren seine Aussagen zu Konzentrationslagern. Er leugnete die Massenvernichtung, legitimierte jedoch die Deportation von Juden in Konzentrationslager. Diese rechtfertigte er damit, dass sich Deutschland im Krieg befunden habe, woraufhin ich jedoch entgegnete, dass es schon vor 1939 Konzentrationslager gab und verwies dabei u.a. auf die Deportationswelle nach der Reichspogromnacht im Jahre 1938. Für Gerd Walther begann der Krieg jedoch schon im März 1933 mit der „Kriegserklärung“ der „amerikanischen Judenheit“ an das Deutsche Reich, welche es prinzipiell wirklich gab, allerdings nur als eine Solidaritätsbekundung an die deutschen Juden zu verstehen war und auch nur in Folge der bereits angelaufenen Diskriminierung der Juden in Deutschland geäußert wurde. Wie könne denn auch, so fragte ich Walther, eine in allen Ländern nur als Minderheit auftretende Gemeinschaft einem souveränen Staat militärisch den Krieg erklären. Ab diesem Punkt kam Walther mit scheinbar nicht enden wollenden Ausführungen immer wieder auf das berüchtigte Finanzjudentum zu sprechen, welches durch seinen Einfluss auf die Politik für alle Kriege verantwortlich sei, und ohnehin sei der Krieg der Juden gegen die anderen Völker vor allem auch geistiger Natur(hier spricht der Horst Mahler in ihm). Die Inhaftierung von Juden in Konzentrationslagern sei also das legitime Recht des Deutschen Reiches gewesen, da es sich eben doch im Krieg befand. Was jedoch bspw. ein jüdischer Schuhmacher aus der polnischen Provinz mit mit all dem zu tun gehabt haben soll, konnte Walther natürlich nicht beantworten. Kopfschütteln von allen Seiten.<br />
Durch schlichte historische Fakten in die Ecke gedrängt, wusste Gerd Walther sich nicht anders zu helfen, als von der inhaltlichen auf die formale Ebene zu springen und mich zu fragen, ob ich eigentlich Jude sei, da ich seinen Worten nach wie ein Betroffener argumentierte. Triumphierend zitierte er nun, wie bereits erwähnt, „Mein Kampf“. Der zweite Themenblock konnte beginnen.<br />
Als jüdischer Gesprächspartner, so Walther, spiele ich zunächst den Interessierten, lenke dann immer mehr vom Thema ab, um mich in meiner jüdischen Überheblichkeit laut und in aller Öffentlichkeit über die offensichtliche Dummheit meines (nichtjüdischen) Gegenübers zu wundern. Doch war nicht gerade dies das Verhalten, mit dem Gerd Walther immer wieder die Diskussion sprengte? Es scheint tatsächlich so zu sein, dass wir an anderen Menschen meist das auszusetzen haben, was wir an uns selbst nur schwer ertragen können. Ob ihm das bewusst ist?<br />
Nun folgten zahlreiche Ausführungen über die naturbedingte Feindschaft zwischen Deutschen und Juden, über den geistigen Wettkampf um Wahrheit. All das jedoch kannte ich jedoch schon von Horst Mahler.<br />
Sein Judenhass ist eine perfide Mischung aus dem religiösen Antijudaismus, der über Jahrhunderte hinweg integraler Bestandteil abendländischer Kultur war, und dem rassistischen Antisemitismus. Der Jude, so Mahler und Walther, bilde die Gegenrasse zum Arier und habe eine geistige Aufgabe im g&#8217;ttlichen Heilsplan zu erfüllen – und zwar als Personifizierung des Satans. Ja, unsere Aufgabe ist es, den Teutonen im Deutschen zu wecken. Hitler habe dies vollkommen richtig festgestellt. Warum man dann aber seinen Lösungsversuch leugne, wollte ich wissen. Eine direkte Antwort bekam ich nicht.<br />
Nach all diesen absurden Theorien stellte sich für mich abschließend nur noch die Frage, ob ich denn als Jude meine Bestimmung noch nicht entdeckt habe, denn schließlich habe ich keine natürlich Aversion gegen Deutsche und halte es für ein recht problematisches, einfach nicht nachvollziehbares Menschenbild, menschliche Beziehung durch die jeweilige Herkunft zu determinieren, ohne Raum für ein unbefangenes Kennenlernen zu lassen. Zugegeben wunderte es mich auch sehr, dass dieser ausgesprochene Antisemit seinen Hass kühl und scheinbar rational präsentierte, nicht beleidigend wurde, sondern mir eher interessiert zuhörte, so wie sich auch bei mir der Zorn legte, ich das Ganze natürlich auch mit einem inneren Lächeln aushielt. Im Grunde genommen war es für mich eine sehr bereichernde Erfahrung, an der ich allerdings zugegebenermaßen noch immer verzweifle, wenn ich mich im Rückblick gedanklich noch einmal auf seine Thesen einlassen. Wie kann ein Mensch, der bemüht ist, logisch zu argumentieren(wenn auch auf Basis falscher Grundannahmen), immer wieder davon spricht, dass er nicht nur glauben, sondern auch wissen will, sich Ideen verschreiben, die ganze Menschengruppen ohne erkennbaren Grund dämonisieren?<br />
Ob er das erste Mal mit einem Juden spräche, wollte ich in diesem Zusammenhang abschließend noch wissen. Als er dies bejahte, wollte ich doch nochmal an sein Herz und an seinen Verstand appellieren. Schließlich habe er mich doch als höflichen und respektvollen Menschen erlebt, der nun wirklich keine bösen Absichten gehabt zu haben scheint. Wie könne er, Herr Walther, der laut Eigenaussage wissbegierig ist und alles genau hinterfragen und selbst ergründen will, sich dann doch in diesem einen konkreten Fall, nämlich der „Judenfrage“, auf das verlassen, was andere darüber zu berichten haben, statt sich auf seine persönliche Erfahrung zu verlassen, in der ihm ein Jude ohne jegliche Feindschaft entgegengetreten ist. Schweigen.<br />
Es war eine Diskussion der Absurditäten, in der unwiderlegbare Argumente und Tatsachen, moralische Bedenken und persönliche Worte als jüdische Erfindungen und Lügen, Täuschungen und Verschwörungen abgetan wurden, und die letztendlich durch die folgenden Schlussworte gekrönt wurden:</p>
<blockquote><p>„Wenn wir wieder an der Macht sein werden, werden wir euch schützen müssen. Die Mitte der Gesellschaft hat euer Spiel durchschaut, und wir werden verhindern müssen, dass die Meute euch am nächsten Laternenmast aufhängt […] Hinter dem Buch von dem Sarrazin stecken natürlich auch die Juden. Schließlich haben sie das größte Interesse daran, die Moslems zurückzuhalten.“</p></blockquote>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/ronyitzchak.wordpress.com/337/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/ronyitzchak.wordpress.com/337/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/ronyitzchak.wordpress.com/337/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/ronyitzchak.wordpress.com/337/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/ronyitzchak.wordpress.com/337/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/ronyitzchak.wordpress.com/337/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/ronyitzchak.wordpress.com/337/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/ronyitzchak.wordpress.com/337/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/ronyitzchak.wordpress.com/337/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/ronyitzchak.wordpress.com/337/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/ronyitzchak.wordpress.com/337/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/ronyitzchak.wordpress.com/337/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/ronyitzchak.wordpress.com/337/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/ronyitzchak.wordpress.com/337/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ronyitzchak.wordpress.com&amp;blog=7781240&amp;post=337&amp;subd=ronyitzchak&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Thilos rassistischer Irrgarten</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Aug 2010 19:59:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isaak R.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Als Jude in Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Islam]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Thilo Sarrazin ist ein Rassist! Gibt es daran wirklich irgendeinen Zweifel? Schauen wir uns ein paar Zitate an: - Alle &#8230;<p><a href="http://ronyitzchak.wordpress.com/2010/08/29/thilos-rassistischer-irrgarten/">Weiterlesen &#187;</a></p><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ronyitzchak.wordpress.com&amp;blog=7781240&amp;post=330&amp;subd=ronyitzchak&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Thilo Sarrazin ist ein Rassist! Gibt es daran wirklich irgendeinen Zweifel? Schauen wir uns ein paar Zitate an:</p>
<blockquote><p>- Alle Juden teilen ein bestimmtes Gen, Basken haben bestimmte Gene, die sie von anderen unterscheiden“</p>
<p>- Die Türken erobern Deutschland genauso, wie die Kosovaren das Kosovo erobert haben: durch eine höhere Geburtenrate. Das würde mir gefallen, wenn es osteuropäische Juden wären mit einem um 15 Prozent höheren IQ als dem der deutschen Bevölkerung.</p></blockquote>
<p>Moment, wie kann Rassist sein, wer sich über Juden nur überaus positiv zu äußern weiß? Ist dies möglich, wenn uns unsere Erfahrung doch sagt, dass Antisemitismus ein fundamentaler Bestandteil germanischer Rassentheorien ist?<br />
Nu, Rassismus definiert sich allein durch die Tatsache, dass man die sozialen und intellektuellen Fähigkeiten eines Menschen bzw. einer Gruppe von seiner/ihrer ethnischen Herkunft abhängig macht, unabhängig davon, ob das Urteil positiv ausfällt oder doch eher wenig schmeichelhaft ist.<br />
Ist Thilo Sarrazin also ein Rassist mit positiven Absichten, der Juden endlich die Anerkennung zollt, die sie bei ihrem Anteil an den Nobelpreisträgern schon lange verdient haben. Möglich! Doch unsinnig und faktisch falsch bleiben seine Aussagen trotzdem.<br />
Die sozialen und kulturellen Leistungen und Beiträge einer Gemeinschaft entspringen nicht ihrer genetischen Veranlagung, sondern sind ein Resultat der Wechselbeziehung im Spannungsverhältnis zwischen jener Minderheit und der Mehrheitsgesellschaft. Im konkreten Falle der europäischen Juden bedeutete dies einerseits, dass sie teilweise Monopolstellungen in bestimmten Wirtschaftsbereichen aufbauen konnte<em>(„der Diamant“ in Antwerpen ist von Juden erschaffen)</em>, da ihnen der Zugang zu vielen andere Berufsfelder verschlossen war bzw. nur sie bestimmte Tätigkeiten wahrnehmen konnten<em>(Zins-Geschäft usw</em>), aber auch andererseits eine Fixierung auf geistige Tätigkeiten innerhalb einer in sich geschlossenen Gruppe. Vielleicht erklären auch die Worte von Helene Reich, die sie an ihren Sohn Marcel richtete jenes Phänomen<em>(welches trotzdem eindeutig überbewertet wird):</em></p>
<blockquote><p>„Wir sind Juden, Marcel. Du musst der Beste sein!“</p></blockquote>
<p>Lieber Thilo, nichts da mit dem Juden-Gen. Mal ganz davon abgesehen, dass die Vermengung der Begriffe „Volk“ und „Rasse“ und der damit verbundenen Kriterien und Folgen äußerst problematisch ist und fast schon eine gute deutsche Tradition zu haben scheint.<br />
Selbstverständlich haben verschiedene Völker unterschiedliche kulturelle Eigenarten. Doch diese werden einem Baby nicht mit in die Wiege gelegt, so wie sie bei der Gemeinschaft insgesamt auch nicht schon immer vorhanden waren, sondern im Zuge historischer Erfahrungen und intellektueller Entwicklungen entstanden sind.<br />
Aufgrund gemeinsamer Erfahrungen etc. gibt es freilich Kulturen, die untereinander mehr Gemeinsamkeiten als mit manch anderen aufweisen und daher besser miteinander harmonieren, jedoch erlaubt dies kein Urteil über die Wertigkeit jener Kulturen.<br />
Darüber, dass sie einen biologischen Ursprung haben könnten, sollte man gar nicht diskutieren. Solch ein Unsinn kann durch nichts gestützt werden.<br />
Dass ausgerechnet eine türkische Soziologin(Necla Kelek) an Sarrazins Seite springt und ihm vom Vorwurf des Rassismus freispricht, hilft da freilich wenig, denn er spricht eben nicht von der Religionsgemeinschaft der Muslime, sondern ganz konkret von Türken und Arabern, deren Kultur nur einen Teil seines Feindbildes darzustellen scheint.<br />
Und ob allein schon der Ton von Sarrazins Äußerungen es überhaupt ermöglicht, dass seine Positionen einen wichtigen Teil zu einer Integrationsdebatte darstellen könnten, ist auch mehr als fraglich.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/ronyitzchak.wordpress.com/330/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/ronyitzchak.wordpress.com/330/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/ronyitzchak.wordpress.com/330/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/ronyitzchak.wordpress.com/330/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/ronyitzchak.wordpress.com/330/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/ronyitzchak.wordpress.com/330/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/ronyitzchak.wordpress.com/330/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/ronyitzchak.wordpress.com/330/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/ronyitzchak.wordpress.com/330/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/ronyitzchak.wordpress.com/330/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/ronyitzchak.wordpress.com/330/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/ronyitzchak.wordpress.com/330/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/ronyitzchak.wordpress.com/330/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/ronyitzchak.wordpress.com/330/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ronyitzchak.wordpress.com&amp;blog=7781240&amp;post=330&amp;subd=ronyitzchak&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Nach Auschwitz: Was es bedeutet, Jude zu sein</title>
		<link>http://ronyitzchak.wordpress.com/2010/07/25/nach-auschwitz-was-es-bedeutet-jude-zu-sein/</link>
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		<pubDate>Sun, 25 Jul 2010 17:00:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Isaak R.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Als Jude in Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Holocaust]]></category>

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		<description><![CDATA[„Nun wissen die Kinder, was es bedeutet, Jude zu sein“, sagte mein Rabbiner, als wir gemeinsam an den Gleisen von &#8230;<p><a href="http://ronyitzchak.wordpress.com/2010/07/25/nach-auschwitz-was-es-bedeutet-jude-zu-sein/">Weiterlesen &#187;</a></p><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ronyitzchak.wordpress.com&amp;blog=7781240&amp;post=326&amp;subd=ronyitzchak&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Nun wissen die Kinder, was es bedeutet, Jude zu sein“, sagte mein Rabbiner, als wir gemeinsam an den Gleisen von Auschwitz-Birkenau vorbeigingen, nachdem wir soeben mit dem Kaddisch und dem Entzünden von Seelenlichtern all der Toten gedachten, die an jenem Ort ihr Martyrium antraten, und deren Leiden eine neue Vorstellung von Moral und Menschlichkeit erzwangen, der Welt aber vor allem zeigten, wie sehr es dem Menschen doch an einem aufrichtigen Herzen mangelt.<br />
Auschwitz, so brachte man es mir bei, sei ein Ort, dessen Wirkung sich mit Worten kaum beschreiben lässt, und der einem schlicht ein Gefühl der Ohnmacht vermittelt. Mag man sich noch so laut über die scheinbar leblose, durch Reden und Schweigeminuten geprägte, deutsche Gedenkroutine und -kultur beklagen, muss man spätestens dann, wenn man an dem Ort, der das Gedenken wie auch das Umdenken erzwingt, war, mit Ernüchterung und schmerzender Ohnmacht feststellen, dass es keine Alternative zum Stehen, Schweigen und Mahnen geben kann.<span id="more-326"></span><br />
Ohnmacht – dies ist der Zustand, der einen überfällt, sobald man die Losung über dem Tor von Auschwitz erblickt, Kleidung sieht, die wehrlose Kinder Minuten vor ihrer Ermordung ausziehen mussten und den Kiesboden von Birkenau betritt. Es ist eben dieses Wort, welches erklärt, weshalb sich andere Worte nicht niederschreiben lassen wollen, weshalb man nicht weiß, was zu tun ist und wie man angemessen gedenken kann.<br />
Auschwitz, nur so kannte ich es, war stets ein farbloser Ort. Eine Erinnerung in unser aller Gedächtnis, derer wir uns von Zeit zu Zeit immer wieder einmal bewusst besinnen, oder deren Bilder immer wieder mal in verschiedenen Kontrasten, aber immer nur in den Tönen Schwarz und Weiß durch unsere Köpfe fliegen. Es waren Momentaufnahmen, die ich kannte und die für mich ein Sinnbild des Grauens waren und es immer sein werden. Doch vor allem waren es Aufnahmen, die für die kollektive Identität meines Volkes zwar entscheidend sind, aber dennoch aus einer anderen Zeit stammen – egal wie sehr sie uns auch immer wieder beschäftigen mögen.<br />
Plötzlich stand ich an der Stelle dieser Aufnahmen, dieser Erinnerungen und musste feststellen, dass auch dieser Ort Farben kennt und die Sonne vom Himmel strahlt, was es unmöglich macht, sich vorzustellen, was an genau der Stelle, an der ich stand, als mich eben dieser Gedanke erhaschte, passiert ist. Nun ist Auschwitz nicht mehr nur eine grausame Erinnerung, sondern mehr noch als vorher eine gewaltige Unfassbarkeit, Sinnbild des Unvorstellbaren. Ich stand auf jenem Massengrab meines Volkes, kannte all die Bilder, all die Tränen und war doch nicht in der Lage, von einem Schauer gepackt zu werden. Während ich an der Rampe stand, fühlte ich mich schuldig und meinte, ich könne der Opfer, meiner toten Familie nicht gedenken. Ich schämte mich sogar. Bis ich doch – und dies empfinde ich nachhaltig als große Erleichterung – eine Erklärung fand: aus der Unvorstellbarkeit entstand die besagte Ohnmacht, die es auch in just diesem Moment nahezu unmöglich macht, genau diesen Satz zu vollenden, die es mir in Auschwitz unmöglich machte, auszudrücken, was mich bewegte, was mich doch in meinem Herzen quälte. Sehr wohl habe ich gelitten, hätte schreien können, doch als ich der Dimension der Vergangenheit ins Gesicht blickte, verstummte ich und wurde zu einem leblosen Klotz. Dafür muss man sich nicht schämen. Doch Auschwitz wird mich nun durch diese Erfahrung, mein emotionales Ausdrucksvermögen verloren zu haben, mehr noch als vorher stets als Erinnerung begleiten, eine noch intensivere Auseinandersetzung erzwingen.<br />
Auschwitz, so ist es uns allen bekannt und so hört man es immer wieder, war eine Zäsur in der Geschichte des jüdischen Volkes. Es drohte das Ende unserer Geschichte zu werden und brachte letzten Endes nach fast 2000 Jahren die große Wende. Aus dem Leid durfte sich nur Kraft schöpfen lassen, die wir nur durch die stetige Erinnerung bewahren können. „Ohne Erinnerung gibt es keine Erlösung“, und so lässt sich die Freiheit unseres Volkes nur dadurch bewahren, dass wir uns daran erinnern, was es vor nicht allzu langer Zeit bedeutete, Jude zu sein, welchen unschätzbaren Wert unsere Freiheit hat – sei es als jüdischer Staat, oder als kleine jüdische Gemeinde im Land der Täter. Nur so können wir unsere Freiheit als ein g&#8217;ttliches Geschenk bewusst genießen und erkennen, wann wir vielleicht gefordert sein könnten, diese Freiheit entschlossen zu verteidigen.<br />
Tatsächlich war Auschwitz in der Erinnerung und der abstrakten Vorstellung immer der Ort, der mir bewusst machte, was es für meine Großeltern bedeutete, Juden zu sein und was es wohl bedeuten kann, Jude zu sein. Dies war mir stets bewusst und wichtig für meine jüdische Identität, welche fast alle Juden auf der Welt in genau diesem Punkt gemeinsam teilen, egal welcher religiösen Facon. Doch es war eben eine Gefahr der Vergangenheit oder des Konjunktivs.<br />
Auschwitz ist passiert, vielleicht könnte Auschwitz auch wieder passieren, aber eigentlich bin ich mir doch sicher, dass Auschwitz nicht wieder passieren wird und im Moment gibt es kein Auschwitz, und auch wenn man als Jude ausgerechnet in Deutschland lebt, hat man nicht das Gefühl, ständig mit Auschwitz als ultimativer Ausdruck für sinnlosen Hass konfrontiert zu sein.<br />
Nein, Jude zu sein, bedeutet heute, G&#8217;tt sein Dank, nicht mehr, zu leiden.<br />
Und doch sind die Worte meines Rabbiners nicht anzuzweifeln, auch wenn sich recht pessimistisch und düster klingen mögen.<br />
Jude zu sein muss bedeuten, sich seiner Geschichte bewusst zu sein und mit Dankbarkeit durch das Leben zu schreiten. Nirgendwo lernt man diese Lektion besser als in Auschwitz-Birkenau.<br />
Als ich beim Totengebet Tränen vergoss und über die Bahngleise von Auschwitz schritt, lernte ich tatsächlich, was es bedeutet, Jude zu sein.</p>
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